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Originalartikel Natürliche antimikrobielle Empfindlichkeitsmuster und biochemische Profile von Leclercia adecarboxylata-Stämmen

Leclercia adecarboxylata ist ein opportunistischer Humanpathogen, der phänotypisch Escherichia coli ähnelt. Die natürliche Empfindlichkeit von 101 Leclercia-Stämmen gegenüber 70 antimikrobiellen Wirkstoffen wurde untersucht. MICs wurden mit einem Mikrodilutionsverfahren in kationenadjustierter Mueller-Hinton-Brühe (alle Stämme) und IsoSensitest-Brühe (einige Stämme) bestimmt. Die natürlichen Suszeptibilitätsmuster wurden anhand deutscher (DIN) Normen (sofern zutreffend) bewertet. Darüber hinaus wurden biochemische Eigenschaften, die für die phänotypische Identifizierung von L. adecarboxylata empfohlen wurden, bewertet, wobei zwei kommerziell verfügbare Identifikationssysteme für Enterobacteriaceae und sieben konventionelle Tests angewendet wurden. L. adecarboxylata-Stämme waren von Natur aus empfindlich gegenüber Tetracyclinen, Aminoglykosiden, allen außer zwei β-Lactamen, Chinolonen, Folatweginhibitoren, Chloramphenicol, Nitrofurantoin und Azithromycin. Sie waren von Natur aus resistent gegen Penicillin G, Oxacillin, Erythromycin, Roxithromycin, Clarithromycin, Ketolide, Lincosamide, Streptogramine, Linezolid, Glycopeptide, Rifampicin, Fusidinsäure und Fosfomycin. Es gab nur geringe mittelabhängige Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber den meisten Antibiotika. Lysin-Decarboxylase, Malonat-Assimilation und Säureproduktion aus Arabitol und Cellobiose, aber nicht aus Adonitol und Sorbitol, ermöglichten die endgültige Trennung von L. adecarboxylata von E. coli. Die Ergebnisse dieser Studie bilden eine Datenbank, die verwendet werden kann, um zukünftige Antibiotika-Empfindlichkeitstests von L. adecarboxylata zu validieren, und könnte zu seiner zuverlässigen Identifizierung beitragen. Suszeptibilitätsmuster zeigten keine offensichtlichen therapeutischen Schwierigkeiten bei der Behandlung von Leclercia-Infektionen. Besondere Aufmerksamkeit sollte biochemisch aberranten Leclerciae geschenkt werden. Abgesehen von biochemischen Merkmalen könnte die Fosfomycin-Empfindlichkeit nützlich sein, um zwischen L. adecarboxylata und E. coli zu unterscheiden.