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Ordnung MACROSCELIDEA

DIE ELEFANTENSPITZMÄUSE wurden früher als Familie in die Ordnung Insectivora und dann in die Ordnung Menotyphla eingestuft, werden aber jetzt in die separate Ordnung Macroscelidea eingeordnet (Butler, 1956, 1972; Patterson, 1965; Meester et al., 1986; Schlitter, 1993c). Basierend auf morphologischen Merkmalen wurden sie als verwandt mit den Lagomorphen und Nagetieren angesehen (Novacek & Wyss, 1986; Sarich, 1993), aber neuere Beweise aus Fossilien (Simons et al., 1991) und molekulare Daten (Liu et al., 2001; Helgen, 2003; Nikaido et al., 2003) deuten stark darauf hin, dass sie Teil einer Klade (der Superkohort Afrotheria) sind, zu der Erdferkel, Tenrecs, goldene Maulwürfe und die Paenungulata (Hyrakoide, Sirenier und Elefanten) gehören. Eine weitere Bestätigung dafür ist ihr großer funktioneller Blinddarm (Woodall & Mackie, 1987; Spinks & Perrin, 1995), der die Behauptung stützt, dass sie sich aus Pflanzenfressern der Vorfahren entwickelt haben, und Aspekte des männlichen Fortpflanzungssystems wie abdominale Hoden (Patterson, 1965; Rathbun, 1979; Woodall, 1995a) und ein langer ventraler Penis (Woodall, 1995b). Da sie nicht eng mit den echten Spitzmäusen (Familie Soricidae in der Ordnung Eulipotyphla) verwandt sind, haben viele Autoren die Verwendung des gebräuchlichen Namens ’sengi‘ für Elefantenspitzmäuse übernommen (z. B. Kingdon, 1997; Jennings & Rathbun, 2001; Rathbun & Woodall, 2002).

Die Macroscelididae sind eine kleine Familie aus vier Gattungen und 15 Arten (Schlitter, 1993c), deren Mitglieder nur auf dem afrikanischen Kontinent vorkommen. Ihr Fossilienbestand, der ebenfalls auf Afrika beschränkt ist, stammt aus dem Eozän (Butler, 1995).